EUREKA-Verbundprojekt MEVICO (Mobile Networks Evolution for Individual Communications Experience)

Energieeffiziente, skalierbare Verfahren zur kostenoptimierten Datenverkehrssteuerung in Zugangs-, Kern- und Transportnetzen der nächsten Mobilfunkgeneration
Für die nächsten Jahre wird eine signifikante Zunahme des Datenverkehrs im Mobilfunk prognostiziert, die im Wesentlichen durch neue multimediale Internetanwendungen bedingt ist. Neben den verfügbaren Kapazitäten der Funkübertragung im Zugangsnetz werden auch die Kernnetze bzw. die zentrale Transportinfrastruktur der Mobilfunknetze einen potenziellen Engpass darstellen. Dies gilt umso mehr, da die Betreiber bei sinkenden Einnahmen pro übertragenem Datenvolumen den kapazitätsmäßigen Ausbau ihrer Netze im Vergleich zur heute weitgehend üblichen Überdimensionierung wesentlich restriktiver gestalten. Ferner erschweren die neuen Internetanwendungen auf Grund ihrer dynamischen Datenverkehrscharakteristika und des kaum vorhersehbaren Endnutzerverhaltens die Kapazitätsplanung. Das Gesamtsystem unterliegt durch ständige Anpassungen - z.B. durch den Einsatz neuer Funktechnologien oder zusätzlicher Funkzellen - einer Dynamik, die durch reines Umschichten oder Hinzufügen von Kapazitäten im Zugangs- und Kernnetz nur schwer beherrschbar ist. Eine drastische Erhöhung der Bitrate in drahtlosen Netzen geht zudem üblicherweise mit einer Verringerung des Abdeckungsgebietes einher. Damit stehen sehr hohe Bitraten nur in einem räumlich eng begrenzten Gebiet zur Verfügung. Der schnellen Reaktion auf Verkehrsschwankungen und der Vermeidung bzw. Abmilderung von Engpässen im laufenden Netzbetrieb kommt folglich in zukünftigen Mobilfunknetzen eine zentrale Bedeutung zu.

Ziel des EUREKA-CELTIC Projektes MEVICO ist die Erforschung neuer, gemäß Zeitplan der internationalen Standardisierungsorganisation 3GPP bis 2014 zu entwickelnder Konzepte für Zugangs- und Kernnetze der nächsten Mobilfunkgeneration. Deren Leistungsfähigkeit soll in MEVICO an den erwarteten Zuwachs des mobilen Datenverkehrs angepasst werden. Beteiligt sind neben fünf deutschen Partnern (zwei Netzbetreiber, ein Netzwerkhersteller sowie zwei Hochschulinstitute) renommierte Firmen und Institute aus etlichen weiteren europäischen Staaten. Durch das große europäische Konsortium ist sichergestellt, dass keine proprietären Lösungen entwickelt werden, sondern die weltweite Standardisierung mitgestaltet werden kann. Das deutsche Teilkonsortium konzentriert sich vornehmlich auf neue skalierbare Verfahren zur kostenoptimierten und insbesondere energieeffizienten Datenverkehrssteuerung. Die in MEVICO zu erforschenden Verfahren sollen in der Lage sein, vorhandene Netzressourcen möglichst effizient auszulasten, um betriebs- und volkswirtschaftlich unnötig teure Netzausbaumaßnahmen auf ein erforderliches Minimum zu beschränken.

Fördervolumen

Finanzvolumen deutsches Teilkonsortium 3,3 Mio. €
Fördervolumen 2,1 Mio. €

Projekte deutsches Teilkonsortium

5 Vorhaben, darunter drei Unternehmen und zwei Hochschulen

Übersicht

Laufzeit

Januar 2011 – September 2013

Forschungsthemen

  • Realitätsnahe Verkehrsmodellierung ausgewählter Internetapplikationen unter Berücksichtigung der Dienstgüteanforderungen
  • Mechanismen zur Verkehrssteuerung auf mikroskopischer (Beeinflussung einzelner Verkehrsströme durch Ressourcenzuteilung) und makroskopischer Ebene (Auswahl Zugangsnetze, Gateways etc.)
  • Techno-ökonomische Analyse zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit der erarbeiteten technischen Lösungen (Investitionskosten Netzinfrastruktur, Wartung, Energieeffizienz etc.)

 

Ansprechpartner

  • Dr. Matthias Barth

    • Telefonnummer: 02203 601-3407
    • E-Mail-Adresse: Matthias.Barth@dlr.de