EASY-A: Enablers for Ambient Services and Systems

Die Vorhaben umfassen Untersuchungen zur Nutzung des 60 GHz-Bandes mit dem Ziel drahtloser Breitbandverbindungen mit Datenraten im Multi-Gigabit-Bereich.
Der wachsende Bedarf an drahtlosen Kommunikationssystemen mit Übertragungsraten von mehreren Gigabit pro Sekunde für Anwendungen im Bereich der Geschäftskommunikation, der Bildübertragung im medizinischen Bereich und der Automobilkommunikation stellt eine große technische Herausforderung dar. Sie kann nur durch Steigerung der spektralen Effizienz der Übertragungsverfahren oder durch Erschließung von bisher für die Mobilkommunikation ungenutzten Frequenzressourcen im Millimeterwellenbereich bewältigt werden. Gegenwärtig wird die Nutzung des 60 GHz-Bandes für breitbandige Anwendungen diskutiert. Die Übertragung eines hochwertigen Tomogramms vom Aufnahmegerät zum verarbeitenden Computer  mit Datenraten von 5 Gigabit pro Sekunde dauert z.B. lediglich wenige Sekunden. Weitere Anwendungen sind im Bereich der Geschäftskommunikation und der Automobilkommunikation zu finden. Solche Anwendungen besitzen ein beträchtliches Marktpotenzial, erfordern jedoch auch erhebliche Forschungsaktivitäten.

Eine Reihe von Entwicklungen erregte großes Interesse an der Millimeterwellen-Kommunikation. Zunächst stellte die amerikanische Behörde FCC 7 GHz Bandbreite im 60 GHz-ISM-Band für die lizenzfreie Funkübertragung zur Verfügung. Nie zuvor wurde eine derart große Bandbreite für die Drahtloskommunikation ausgewiesen. Dieses erlaubt Datenübertragungsraten von mehreren Gigabit/s.

Zudem wird ein Standard für die Millimeterwellen-Kommunikation bei IEEE ausgearbeitet. Dort werden physikalische Schicht sowie Medienzugriffs-Schicht für hochratige Systeme im 60 GHz-Band spezifiziert.

Darüber hinaus ermöglichen sowohl technische Entwicklungen wie die Realisierung von 60 GHz-Transceiver Schaltkreisen in kostengünstigen siliziumbasierten Technologien als auch Fortschritte in der Speichertechnologie die Entwicklung von ultra-hochratigen Kommunikationssystemen. Damit werden durch diese Technologien neue Dienste und Anwendungen für die Nutzer möglich, die mit aktuellen Lösungen nicht realisierbar sind.

Vielfältige Anwendungen

Die EASY-A Vorhaben umfassen sowohl systematische Untersuchungen zur Nutzung des 60 GHz-Bandes als auch die Ausarbeitung von tragfähigen System- und Realisierungskonzepten. Im Rahmen von EASY-A werden unterschiedliche Gigabit WLAN Anwendungen in verschiedenen Branchen untersucht: telemedizinischen Konferenzsysteme, Industrieautomatisierung, medizinischen Gerätekommunikation, schnellen Synchronisation von Geschäftsdaten, sicherheitskritische "Cabin Information and Data Systems" Anwendungen, "Cabin-Health-Maintenance Sensor Communication" Systeme, Car-2-X Kommunikation sowie Geschäftskommunikation und Infotainment im Flugzeug und Auto. Weitere Anwendungen sind denkbar und werden sich im Anschluss an das Projekt entwickeln. So sind z.B. sehr schnelle Punkt zu Punkt und Mehrpunkt Verbindungen, Bakenkommunikation zwischen Fahrzeugen und der Infrastruktur sowie satellitengestützte Sensorkommunikation sinnvoll.

Die Realisierung eines 60 GHz-WLAN-Systems für Geschäftskommunikation in Flugzeugkabine und Automobil sowie die Entwicklung einer schnellen drahtlosen Verbindung zur Datensynchronisation sollen die Konzepte für bidirektionale ultra-hochratige Datenübertragung bestätigen.

Projektpartner in EASY-A sind Atmel, BMW, EADS, FhG-HHI, FhG-IAF, IHP, IMST, Infineon, MEDAV, Meytec, Siemens, TES, TU Dresden und Universität Ulm.

Fördervolumen

Finanzvolumen insgesamt rd. 18 Mio. €

Fördervolumen rd. 10 Mio. €.

Projekte

14 Vorhaben, davon 9 Industrieunternehmen, 3 Forschungsinstitute und 2 Hochschulen

Übersicht

Laufzeit

Januar 2008 bis Juni 2011

Hauptforschungsthemen

  • Kanalmessungen und Kanalmodelle
  • Informationstheorie
  • Systemtechnologie
  • Schaltkreistechnik
  • Gateway und Dienstleistungen
  • Kombination Radar mit Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikationsverbindung
  • Demonstratoren

Ansprechpartner

  • Dr. Matthias Barth

    • Telefonnummer: 02203 601-3407
    • E-Mail-Adresse: matthias.barth@dlr.de
  • Dr. Christoph Peschke

    • Telefonnummer: 02203 601-3330
    • E-Mail-Adresse: Christoph.Peschke@dlr.de