Evaluierung der Haushaltstitel "Softwaresysteme, Wissenstechnologien" und "Vernetzte Welt"

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte das BMBF damit beauftragt, im Haushaltstitel "Softwaresysteme; Wissenstechnologien" eine unabhängige Evaluation der förderprogrammatisch neuen Maßnahmen bis zum Februar 2010 durchzuführen. Das BMBF hatte nach einem Ausschreibungsverfahren die Prognos AG mit der Evaluation beauftragt.

Evaluation der IT-Förderung bestätigt die Maßnahmen der Hightech-Strategie

Auf Initiative des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die aktuell laufenden Fördervorhaben in den durch die jeweiligen Haushaltstitel definierten Bereichen „Vernetzte Welt“ und „Softwaresysteme; Wissenstechnologien“ durch unabhängige Experten evaluieren lassen. Die von der Prognos AG vorgelegten Evaluationsergebnisse liefern ein detailliertes Bild der Motive, Ziele und Nutzenerwartungen, die Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit ihren Forschungsprojekten im IT-Sektor verbinden.

Die Evaluationsergebnisse zeigen, dass das BMBF die in der Hightech-Strategie formulierten Ziele mit der im BMBF-Förderprogramm „IKT 2020“ neu ausgerichteten IT-Förderung eindrucksvoll erreicht:

  • Die Projektförderung beschleunigt den Technologie- und Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft auf markante Weise und stärkt die Konkurrenzfähigkeit der deutschen IT-Branche.
  • Die Förderung kommt besonders den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zugute. In den evaluierten Förderbereichen beträgt der KMU-Anteil an allen geförderten Unternehmen 64,3 Prozent. Die Hälfte dieser KMU beteiligt sich erstmals an Fördervorhaben und Kooperationsprojekten mit Forschungseinrichtungen.

Aus der Forschungsperspektive ist die Wirkung der Projektförderung für Forschungseinrichtungen und Unternehmen eindeutig:

  • 95 Prozent halten einen technologischen Vorsprung für das wahrscheinliche oder sehr wahrscheinliche Projektergebnis. Dieser Vorsprung in wissenschaftlicher und unternehmerischer Hinsicht ist für 86 Prozent wichtig zur Sicherung der internationalen Konkurrenzfähigkeit.
  • Das Innovationsgeschehen in Deutschland wird durch den schnellen Ergebnistransfer in die Praxis unterstützt: Die Projektteilnehmer erwarten marktfähige neue Produkte oder Dienstleistungen im IT-Sektor bereits rund zweieinhalb Jahre nach Projektende.

Ökonomisch zeigt die Förderung außerdem einen starken Mobilisierungseffekt in den Unternehmen:

  • Jeder Euro Forschungsförderung zieht in den verschiedenen Programmteilen durchschnittlich vier Euro an zusätzlichen Unternehmensinvestitionen nach sich, was angesichts des hohen KMU-Anteils zunächst nicht zu erwarten war.
  • Von den Projektverantwortlichen wird außerdem die Erschließung eines Potentials von etwa 20.000 Arbeitsplätzen erwartet.

Diese Ergebnisse unterstreichen, dass das BMBF bei der Projektförderung in den Bereichen "Softwaresysteme" und "Vernetzte Welt" sowohl die Verwertung wissenschaftlicher Ergebnisse in der Praxis als auch die Investitionsausrichtung von Unternehmen nachhaltig positiv beeinflusst hat.

Datengrundlage
Die beiden evaluierten Bereiche "Softwaresysteme" und "Vernetzte Welt" stellen den größten Anteil an der Projektförderung im IT-Sektor des BMBF. Datengrundlage der Evaluation war die Analyse aller 1024 zu Beginn der Evaluation laufenden Einzelvorhaben. Die Leiter von 741 Projekten (71%) beteiligten sich an einer detaillierten standardisierten Befragung, 60 Projektleiter auch an zusätzlichen Interviews.

Die PDF-Datei mit den vollständigen Evaluationsergebnissen können Sie [hier] herunterladen.


Unterstützung

Die Evaluation basierte in wichtigen Teilen auf Befragungen der Projektbeteiligten der beiden Förderbereiche. Es gab eine Online-Befragung und in einigen repräsentativen Fällen auch ein weiter gehendes Interview mit Projektverantwortlichen. Die Einzelergebnisse wurden von der Prognos AG anonymisiert.

Die Erhebungswerkzeuge waren so gestaltet, dass der Aufwand für die Fördervorhaben möglichst gering war. Um aber ein realitätsgerechtes Bild der Förderung und ihrer Effekte zu erhalten, war die Mitwirkung der Projektverantwortlichen in den Fördervorhaben unerlässlich.

Evaluationsteam


PD Dr. Oliver Pfirrmann, Projektleitung Marktfeldleiter Technologien & Zukunftsmärkte, Prognos AG
PD Dr. Oliver Pfirrmann, Projektleitung Marktfeldleiter Technologien & Zukunftsmärkte, Prognos AG
  • langjährige Studien- und Beratungserfahrung und dabei Leitung zahlreicher Technologiestudien zur IKT, Mikrosystemtechnik, Biotechnologie für EU-, Bundes- und Landesministerien
  • Arbeitsschwerpunkte Technologieanalysen/-prognosen, Evaluation öffentlicher Technologie- und Innovationsförderung
 

Peter Kaiser, Senior Projektleiter
Strukturpolitik & Regionalentwicklung, Prognos AG
Peter Kaiser, Senior Projektleiter Strukturpolitik & Regionalentwicklung, Prognos AG
  • Langjährige Studien- und Beratungserfahrung und dabei Leitung von Projekten zu regionalen Innovationanalysen und Strategiekonzeptionen
  • Arbeitsschwerpunkte sind Konzeption und Evaluation wirtschafts- und technologie-politischer Maßnahmen, regionale Struktur-, Technologie und Innovationspolitik sowie Marktforschung.
 

Dr. Stephan Heinrich, Berater, Prognos AG
Dr. Stephan Heinrich, Berater, Prognos AG
  • 6 Jahre Studien- und Beratungserfahrung im Bereich Technologie- und Innovationspolitik, darunter IKT im Sicherheitsbereich
  • Arbeitsschwerpunkte sind Innovationsanalysen und Technologiepolitik sowie Evaluationen
 

Michael Rörig, Berater, Prognos AG
Michael Rörig, Berater, Prognos AG
  • Über 4 Jahre Studien- und Beratungserfahrung
  • Arbeitsschwerpunkte sind Regionalanalysen und regionale Innovationssysteme, insbesondere die Wirkung und Steuerung regionaler Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
 

Matthias Deutsch, Ph.D./Dipl.-Ing., Berater, 
Prognos AG
Matthias Deutsch, Ph.D./Dipl.-Ing., Berater, Prognos AG
  • Über 5 Jahre Studien- und Beratungserfahrung
  • Arbeitsschwerpunkte sind Marktanalysen, Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie Evaluationen.
 

Prof. Dr. K.-P. Fähnrich, Institutsleiter, ZIWD
Prof. Dr. K.-P. Fähnrich, Institutsleiter, ZIWD
  • 30 Jahre Forschungsmanagement
  • Durchführung von ca. 100 Entwicklungs- und Beratungsprojekten
  • Betriebliche Informationssysteme, Softwaretechnik, Wissensmanagement, Service Science
 

Stefan Kühne, Diplom-Informatiker, Gruppenleiter, ZIWD
Stefan Kühne, Diplom-Informatiker, Gruppenleiter, ZIWD
  • Über 5 Jahre Erfahrung in Projektbearbeitung und Management
  • Promotionsverfahren kurz vor Abschluss
  • Gründung einer eigenen Forschungsgruppe
  • Spezialgebiet: Moderne Softwaretechnik
 

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