MIMOWA: Multiple Input Multiple Output technologies for Wireless Access

Gegenstand des EUREKA MEDEA+ Projekts MIMOWA ist die Hardware-Realisierung von Mehrantennensystemen für den drahtlosen Zugang. Durch die Einbeziehung von Infrastrukturherstellern, Halbleiter-Chip-Herstellern, Antennenherstellern, Netzbetreibern und Forschungsinstituten ist die gesamte Wertschöpfungskette an diesem europäischen Forschungsprojekt beteiligt.

Da die Anforderungen an drahtlose Übertragungssysteme dramatisch gewachsen sind und mit einer weiteren Zunahme mobiler Endteilnehmer, einer stark wachsenden Nachfrage nach multimedialen Diensten sowie einem gesteigerten Bedürfnis nach Dienstgüte, Netzabdeckung, Robustheit und Sicherheit zu rechnen ist, ergibt sich daraus eine extreme Zunahme der zu übertragenden Datenmenge. Das Mehrantennensystem MIMO (Multiple Input Multiple Output) bietet einen vielversprechenden Ansatz, die erwähnten zukünftigen Anforderungen an drahtlose Funkzugriffsverfahren zu erfüllen.

Allerdings bestehen erhebliche technische und ökonomische Risiken für die praktische Umsetzung wegen der Vielfältigkeit bestehender Funkzugriffsverfahren. Ein wichtiges Ziel von MIMOWA ist es daher, für die Systeme 3GPP-LTE, IEEE 802.16 / WiMAX und IEEE 802.11 / WiFi austauschbare MIMO Technologieblöcke zu entwickeln. Diese drei Systeme decken einen sehr großen Anwendungsbereich ab, nämlich hohe und geringe Mobilität, hohe und geringe Datenraten sowie große und kleine Funkzellen. Durch die Einbeziehung mehrerer Funkzugriffsverfahren sollen ein hoher Grad an Wiederverwendbarkeit erreicht und die Entwicklungskosten zukünftiger Produkte aller erwähnten Systeme gesenkt werden.

Es ist noch nicht absehbar, in wie weit sich die theoretisch belegten MIMO-Gewinne von der physikalischen Schicht der Funkzugriffsverfahren auf das Gesamtsystem übertragen lassen. Nur der Gewinn im Gesamtsystem ist von technischem und ökonomischem Nutzen. Hierzu werden Lösungen erarbeitet und die Komplexität der Verfahren in ihrer Leistungsfähigkeit gegenübergestellt. Die Funktionalität der zu standardisierenden MIMO-Systeme soll von der Mehrzahl der Endgeräte vollständig unterstützt werden. Die Position Europas in den Standardisierungsgremien IEEE und 3GPP wird durch die mit MIMOWA erzielten Ergebnisse nachhaltig gestärkt bzw. verteidigt. Als weiteres Ziel von MIMOWA ist der Aufbau eines Demonstrators zu nennen, anhand dessen die erarbeiteten Lösungen nachgewiesen und veranschaulicht werden können.

Projektpartner sind auf deutscher Seite Alcatel-Lucent, Infineon, AWE Communications und die FH Köln.

Fördervolumen

Fördervolumen insgesamt rd. 2,5 Mio. €.

 

Projekte

4 deutsche Teilvorhaben, davon 3 Industrieunternehmen und 1 Hochschule

Übersicht

 

Laufzeit

Januar 2007 bis Juni 2009

Forschungsgebiete

  • Untersuchung/Simulation der verschiedenen MIMO-Technologien dreier ausgewählter Luftschnittstellen (LTE, WiMAX und WiFi) auf Ebene der physikalischen Schicht und der Medienzugriffsschicht
  • Identifikation und Design neuer IP-Technologieblöcke
  • Validation von Simulation und Design durch Aufbau eines Hardware-Demonstrators

Ansprechpartner

  • Dr. Matthias Barth

    • Telefonnummer: 02203 601-3407
    • E-Mail-Adresse: matthias.barth@dlr.de